GC-Breitensportwertung 2025: Rita Ziemer-Fuhr Bundesvizemeisterin bei den Seniorinnen

Rita wurde in Hannover durch German Cycling geehrt. Hier ein Interview mit der frisch gebackenen Bundesvizemeisterin:

Der RCH ist mächtig stolz auf unsere Vereinskameradin Rita Ziemer-Fuhr, die mit  6.237 km bundesweit den zweiten Rang bei der GC-Breitensportwertung 2025 in der Kategorie Seniorinnen erzielte! Am 21. Februar 2026 wurde sie dafür auf der Ehrungsveranstaltung der German Cycling Breitensportkommission in Hannover offiziell ausgezeichnet. Wir sprachen mit ihr.

RCH: Rita, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen Ergebnis in der GC-Breitensportwertung! Wie und wann bist du eigentlich zum Radfahren gekommen?

Rita: "Normales Radfahren" betreibe ich eigentlich schon immer, angefangen als Schülerin, die die 7 km zur Schule ganz selbstverständlich mit dem Rad zurücklegte. Draußen in Bewegung zu sein, war mir schon damals viel lieber, als im Bus zu sitzen. Außerdem ist das Rad für mich einfach ein unkompliziertes Transportmittel im Alltag - heute wie damals. Und Sport hat auch immer schon zu meinem Leben gehört - aber zum "intensiven Radeln" bin ich gekommen, als ich 2016 Dirk kennenlernte. Er hat mich motiviert und an den Radsport herangeführt. 2017 haben wir dann schon den ersten gemeinsamen Radurlaub unternommen - und es hat mir einfach Spaß gemacht, frei und aus eigener Kraft noch unbekannte Gegenden zu erkunden. Und die gemeinsamen Fahrten haben sich über die Jahre immer mehr gesteigert, so dass ich 2024 schon fast 6.000 km mit dem Rad zurückgelegt habe, davon etwa die Hälfte im Rahmen von GC-Veranstaltungen. Eine große Motivation für die Teilnahme an RTFs und Permanenten ist, dass man dort oft schöne Wege fährt, die man sonst nie gefunden hätte. 

RCH: Hast du dann die Platzierung in der GC-Wertung angepeilt?

Rita: Nein, überhaupt nicht. 2025 hatte ich eher vage geäußert, dass ich mal einen Marathon versuchen möchte. Dirk hat dann eine für Erst-Marathoni geeignete Veranstaltung in Köln entdeckt und mir zum Geburtstag geschenkt. Ich finde, so ein Tag eignet sich besonders gut zum Rad fahren. Quasi als "Nebeneffekt" stieg meine Gesamtfahrleistung 2025 auf ca. 8.000 km und die Wertungskilometer auf über 6.000 km. 

RCH: Deinen ersten Marathon mit 201 km und ca. 2000 hm hast du ja bravourös absolviert. Ging das für dich, die relativ spät zum Radsport gekommen bist, sehr an deine Leistungsgrenze?

Rita: Die schon erwähnte Veranstaltung wurde in der Gruppe durchgeführt und diese so umsichtig geleitet, dass ich nach Erreichen meines normalen Distanzlimits von 150 km gemerkt habe: Die letzten 50 km sind gar nicht mehr so schwer. Und dass bei den Steigungen wider Erwarten doch einige hinter mir blieben, hat mich überrascht. Allerdings in der Ebene fuhren die Rheinländer so, dass ich nur im Windschatten mitfahren konnte. Dafür kam so ein Schnitt von fast 22 km/h raus.

RCH: Was für Radmaterial setzt du denn eigentlich ein?

Rita: Ich fahre alles mit nur einem Rad. Es ist ein Gravel Bike mit etwas Federung am Gabelkopf. Allerdings habe ich einen zweiten Rennradlaufradsatz für den Sommer. Damit komme ich gut zurecht. Vielleicht schaffe ich mir noch ein MTB an.

RCH: Wie schaffst du das, einen so großen Anteil deiner Fahrleistung innerhalb der GC-Wertung zu absolvieren?

Rita: Wie schon erwähnt, reizen uns die oft sehr reizvoll geführten Permanenten und RTFs der Vereine in uns noch unvertrauten Gegenden. Dafür nehmen wir auch längere Anfahrten mit dem Auto oder der Bahn in Kauf, so dass wir praktisch jedes Wochenende und auch im Urlaub solche Touren machen konnten, die dann auch in die Wertung einflossen. Bei der Planung leistete die GC-Touren-App sehr gute Dienste.

RCH: Und was machst du im Winter?

Rita: In 2025 bin ich praktisch ganzjährig draußen gefahren. Das war möglich, weil das Wetter entsprechend gut war. Allerdings achte ich darauf, im Winter auf dem Rad nicht nass zu werden - im Sommer ist es nicht so schlimm.

RCH: Lange Fahrten mit dem Rad stellen eine ziemlich einseitige Belastung des Körpers dar, insbesondere des Halteapparates. Was tust du, um körperlichen Beschwerden vorzubeugen?

Rita: Ich mache regelmäßig unterschiedliche Bewegungstrainings. Z. B. ein Kardio-Kraft-Koordinations-Entspannungs-Programm (Deep Work) und Feldenkrais-Übungen (Redaktionelle Anmerkung: Ein Verfahren zur Verbesserung der Körperfunktionen durch Schulung der körperlichen Selbstwahrnehmung). Ein besonders schöner Ausgleich ist der Argentinische Tango, den Dirk und ich seit 2016 regelmäßig tanzen.

RCH: Vielen Dank für das interessante Gespräch, das vielleicht den einen oder anderen Tipp dazu liefert, wie man auch als Senior:in seine persönliche Fahrleistung weiter ausbauen kann, ohne dabei Spaß und Gesundheit zu vernachlässigen. Wir wünschen dir und uns, dass du weiter die Freude am Radeln behältst und unser RCH-Team bereicherst.

Rita im Einsatz
Rita (mitte links) nach der GC-Ehrung mit Bernd Dankowski und Dagmar Promberger von der Breitensportkommission (außen) sowie unserer Präsidentin Patricia Teuscher